Programm | Symposien

S-Sprachbarrieren, Zwang und Patient*innenautonomie in der psychiatrischen Versorgung

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Ulrike Kluge (Berlin)
Philipp Rühr (Berlin)

ABSTRACT

Sprachbarrieren stellen in der psychiatrischen Versorgung eine relevante strukturelle Herausforderung dar, die mit Einschränkungen der Patient*innenautonomie einhergehen kann. Studien aus Deutschland und internationale Untersuchungen zeigen konsistent, dass Patient*innen mit einer Sprachbarriere im Behandlungsverlauf anderen Versorgungsmustern ausgesetzt sind als Patient*innen ohne Sprachbarriere. Diese Unterschiede betreffen zentrale Aspekte der Behandlung, darunter Einweisungsmodalitäten, Behandlungsdauer und therapeutische Angebote. Patient*innen mit Sprachbarrieren werden häufiger zwangseingewiesen und erhalten im Durchschnitt weniger therapeutische Interventionen, insbesondere im Bereich der Gruppenpsychotherapie. Auch subjektive Dimensionen der Versorgung unterscheiden sich: Daten zur Patient*innenzufriedenheit zeigen, dass Patient*innen mit einer Sprachbarriere ihre Behandlung häufiger als unbefriedigend erleben, unabhängig vom klinischen Outcome. Dies deutet darauf hin, dass sprachlich vermittelte Verständigung und Teilhabe wesentlich für das Erleben von Autonomie sind. Ein zentraler struktureller Faktor ist die begrenzte Verfügbarkeit professioneller Sprachmittlung in der psychiatrischen Versorgung. Professionelle Sprachmittlung gilt als wesentliche Voraussetzung für informierte Zustimmung, therapeutische Beziehung und autonome Entscheidungsfindung, ist jedoch bislang nicht flächendeckend implementiert. Das Symposium bringt empirische Forschungsergebnisse aus Deutschland und der Schweiz mit klinischen Fallperspektiven und medizinhistorisch-ethischen Reflexionen zusammen. Ziel ist es, Sprachbarrieren als strukturellen Faktor psychiatrischer Versorgung sichtbar zu machen und deren Bedeutung für Patient*innenautonomie, Versorgungsqualität und klinische Entscheidungsprozesse zu diskutieren.

Vortragende

Dr. Lieselotte Mahler (Berlin)

 

Sprachbarrieren und Zwangseinweisungen: Empirische Befunde aus der psychiatrischen Versorgung in Berlin

Vortragende

Susanne Michl (Berlin)

Patient*innenautonomie ohne sprachliche Verständigung: Ethische und historische Perspektiven

Vortragende

Dimitrina Mitevang (...)

Zwangseinweisungen bei Sprachbarrieren. Eine Perspektive aus der Schweiz
  

Vortragender

Olaf Hardt 
(Berlin)

Fallimpuls aus einer Versorgungsklinik in einem sozialen Brennpunktbezirk Berlins
 


S-Patientenautonomie bei der Verordnung von Psychopharmaka: Zwischen Evidenz, Versorgungspraxis und Erfahrungsexpertise

Datum
Uhrzeit

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Oliver Vorthmann (...) 
Gudrun Weißenborn (...)

ABSTRACT

Trotz der breiten Etablierung von „Shared Decision Making“ zeigt sich in der klinischen Versorgung weiterhin eine erhebliche Diskrepanz zwischen normativem Anspruch und gelebter Praxis bei der Verordnung von Psychopharmaka. Insbesondere Antidepressiva werden häufig mit verkürzter Aufklärung verordnet: Informationen zu begrenzten Erfolgswahrscheinlichkeiten, Nebenwirkungen, Absetzeffekten sowie zu nicht-medikamentösen Alternativen bleiben vielfach unzureichend. Aktuelle Metaanalysen weisen darauf hin, dass nur etwa die Hälfte der Behandelten klinisch relevant profitiert und ein substantieller Anteil der Effekte über Erwartungs- und Kontextfaktoren vermittelt ist. Gleichzeitig bestehen erhebliche Wissenslücken hinsichtlich neurobiologischer Langzeitfolgen, obwohl in der Versorgungspraxis nicht selten langfristige Einnahmen erfolgen. Vereinfachende biologische Erklärungsmodelle wirken dabei bis heute handlungsleitend, obwohl sie wissenschaftlich nicht mehr tragfähig sind. Der Beitrag verbindet diese Evidenzlage mit einer Erfahrungsexperten-Perspektive und beleuchtet die Auswirkungen unzureichender Aufklärung auf subjektive Krankheitsverarbeitung, Selbstwirksamkeit und therapeutische Allianz. Aus Patientensicht zeigt sich, dass Transparenz über Nicht-Wirken und Unsicherheiten nicht primär verunsichert, sondern entlastend wirken kann – insbesondere bei ausbleibendem Behandlungserfolg. Fehlende Information hingegen begünstigt Schuldzuschreibungen, Chronifizierung und passives Therapieverständnis. Diskutiert wird, dass das zentrale Defizit weniger in der Existenz psychopharmakologischer Behandlungsoptionen liegt als in deren kommunikativer Einbettung. Vor dem Hintergrund des biopsychosozialen Modells werden Mindeststandards für autonome Entscheidungsfindung vorgeschlagen: realistische Darstellung von Erfolgswahrscheinlichkeiten, strukturierte Zwischenevaluationen, systematische Aufklärung über Absetzen sowie die gleichwertige Vermittlung medikamentöser und nicht-medikament ..................

Vortragender

Oliver Vorthmann (...)

 

Patientenautonomie bei der Verordnung von Psychopharmaka
 

Vortragender

Edmund Bornheimer (...)

Patientenautonomie bei der Verordnung von Psychopharmaka
 

Vortragende

Gudrun Weißenborn  (...)

Patientenautonomie bei der Verordnung von Psychopharmaka
 


S-Individualisierte interdisziplinäre Behandlung bei psychotischer Erstmanifestation – das Wiener Modell

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Uhrzeit

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Nilufar Mossaheb (...) 
Fabian Friedrich (...)

ABSTRACT

Die interdisziplinäre Betreuung von Patient:innen mit psychotischer Erstmanifestation im akut stationären Setting ist für viele Betroffene der erstmalige Kontakt mit psychiatrischen Einrichtungen.  F. Friedrich präsentiert ein etabliertes multidisziplinäres Behandlungskonzept, welches individuell auf die Betroffenen und deren akute psychopathologische Zustandsbilder abgestimmt werden kann. Neben Diagnostik und Medikation, stehen auch nicht-medikamentöse Behandlungsoptionen im Vordergrund. Die Angehörigen werden in einem Stufenmodell auch im Akutsetting involviert, von Beratung bis hin zur stationären Aufnahme als Begleitperson. J. Baumgartner wird aktuelle Maßzahlen der Behandlung, Diagnoseverteilung, und Gebrauch von Antipsychotika bei Patient:innen mit First Episode Psychosis im Jahr 2025 an der vorgestellten Station 05A präsentieren.  Ergänzt wird dieser Einblick durch Daten zu Aggression und Deeskalation. S. Strafner und N. Fiebig werden aktuelle verhaltenstherapeutische Ansätze bei Psychose sowie gezielte Interventionen, welche zu mehr Stabilität beitragen, beleuchten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Stigmatisierung der Patient:innengruppe durch Psychotherapeut:innen und deren Einfluss auf den therapeutischen Prozess. Neue Konzepte ("The Feeling Safe Programme") wie auch bekannte Therapieprogramme (MKT bei Psychose) werden vorgestellt und im Hinblick auf ihre Umsetzung im klinischen Alltag reflektiert.

Vortragender

Fabian Friedrich (...)

 

Stationär psychiatrische Behandlung bei psychotischer Erstmanifestation - ein integrativer Ansatz

Vortragender

Josef Baumgartner  (...)

Aktuelle Maßzahlen der Behandlung an der Frühe Psychosen Station 05A
   

Vortragende

Sabrina Strafner (...)

KVT bei psychotischer Erstmanifestation im stationären Akutsetting
 


S-Extended Reality in der Psychiatrie: Technische, klinische und ethische Perspektiven

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Matthé Scholten (...)
Maria Marloth (...)

ABSTRACT

Extended Reality (XR) umfasst Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und andere Formen von Mixed Reality (MR). XR-Anwendungen finden zunehmend Anwendung in der psychiatrischen Versorgung. Während sie neue Möglichkeiten für die Diagnostik und Therapie eröffnen, werfen sie zugleich technische, klinische und ethische Fragen auf. Das Symposium beleuchtet diese Spannungsfelder aus interdisziplinärer Perspektive. Der erste Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle technische Entwicklungen und klinische Einsatzmöglichkeiten von XR in der Psychiatrie. Er skizziert zentrale Anwendungsfelder und diskutiert grundlegende Herausforderungen für die technische Entwicklung und klinische Implementierung. Der zweite Beitrag widmet sich Vulnerabilitätsfaktoren bei der therapeutischen Exposition psychiatrischer Patient*innen in Extended Reality. Er zeigt auf, wie spezifische psychopathologische Merkmale mit besonderen Vulnerabilitäten in Beziehung gesetzt werden können, um Risiken frühzeitig zu antizipieren und eine sichere und individuell angepasste Exposition zu ermöglichen. Der dritte Beitrag stellt eine systematische Übersicht der ethischen Gründe für und gegen den Einsatz von XR in der Psychiatrie vor. Ziel ist es, ethische Argumentationsmuster systematisch zu erfassen, um eine verantwortungsvolle Integration von XR-Technologien in die psychiatrische Praxis zu unterstützen. Der vierte Beitrag untersucht im Rahmen einer qualitativen Studie die ethischen Chancen und Risiken der Anwendung von VR im Kontext der Risikoeinschätzung in der forensischen Psychiatrie. Auf Grundlage von Interviews und Fokusgruppen den zentralen Stakeholdern werden im Vortrag die Möglichkeiten und Grenzen einer VR-gestützten Risikobeurteilung analysiert. Insgesamt zielt das Symposium darauf ab, technische Innovationen, klinische Anforderungen und ethische Reflexion zusammenzuführen und zur verantwortungsvollen Weiterentwicklung von XR-Anwendungen in der Psychiatrie beizutragen.

Vortragender

Lars Riedemann (...)

 

Extended Reality in der Psychiatrie: Technische und klinische Aspekte
 

Matthé Scholten (...)

Ethische Chancen und Risiken der Anwendung virtueller Realität in der forensischen Risikoeinschätzung: Eine qualitative Studie mit in der Forensik untergebrachten Personen und anderen zentralen Akteur*innen

Vortragende

Maria Marloth (...)

Vulnerabilitätsfaktoren bei der therapeutischen Exposition psychiatrischer Patienten*innen in Extended Reality

Vortragende

Stefanie Solar (...)

Extended Reality in der Psychiatrie: Ein Systematic Review of Reasons
 


S-Patientenverfügungen im rechtlichen und klinischen Kontext: Ein Dreiländervergleich

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Matthé Scholten (...)
Jakov Gather  (...)

ABSTRACT 

 Psychiatrische Patientenverfügungen gelten als zentrales Instrument zur Stärkung von Selbstbestimmung in der psychiatrischen Versorgung. Ihre rechtliche Verankerung und praktische Umsetzung variieren jedoch erheblich zwischen nationalen Kontexten und Versorgungsrealitäten. Das Symposium beleuchtet diese Spannungsfelder anhand von drei komplementären Beiträgen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland. Der erste Beitrag analysiert die rechtlichen Grundlagen und die praktische Implementierung psychiatrischer Patientenverfügungen sowie weiterer Maßnahmen zur Förderung der Selbstbestimmung in der Schweiz. Anhand empirischer Befragungsdaten wird aufgezeigt, in welchem Ausmaß entsprechende Instrumente in der klinischen Praxis bekannt sind, genutzt werden und welche Barrieren ihrer Umsetzung entgegenstehen. Der zweite Beitrag widmet sich der Situation in Österreich vor dem Hintergrund des Erwachsenenschutzgesetzes (2018) und der Novelle des Unterbringungsgesetzes (2023). Er diskutiert, wie diese Reformen den gese....................................

Vortragender  

Matthias Jäger (...)

 

Theorie und Praxis der Patientenverfügungen und weiterer autonomie-fördernder Massnahmen in der Schweiz
 

Vortragender

Josef Baumgartner  (...)

Selbstbestimmung in psychiatrischer Behandlung: gesetzlicher Schutz und Umsetzung in Österreich
 

Vortragender

Matthé Scholten (...)

Die SALUS-Patientenverfügung: Vorlage und Leitfaden für die Erstellung und Anwendung psychiatrischer Patientenverfügungen


S-Autonomie und Fürsorge im Zwangskontext. Eine Achillesferse des Maßregelvollzugs?

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Madeleine Kassar (...)
Alfred Simon (...)

ABSTRACT 

Fragen der Selbstbestimmung im Maßregelvollzug sind aufgrund des Zwangskontextes, in dem eine deliktpräventive Therapie psychisch kranker Straftäter stattfindet, allgegenwärtig. Tragfähige therapeutische Allianzen mit den Patienten sind durch Fürsorge und Kontrolle gekennzeichnet. Prozedurale Gerechtigkeit kann für den Resozialisierungsprozess ein gesundes Klima schaffen, da Entscheidungsprozesse als fair empfunden werden und die Autonomie der Betroffenen durch respekt- und würdevolle Rahmenbedingungen stärken. Der autonome Handlungsspielraum in forensisch-psychiatrischen Einrichtungen kann auch durch die Psychopathologie eingeschränkt sein, die den Zusammenhang zwischen Delinquenz und psychischer Erkrankung bestimmt. Der Blick auf die relationale Patientenautonomie schizophren erkrankter Menschen im Maßregelvollzug kann eine Brücke zwischen Selbstbestimmung und ärztlicher Fürsorge schlagen. Des Weiteren darf die Möglichkeit des assistierten Suizids nicht auf bestimmte Lebens- oder Krankheitssituationen beschränkt werden. Es wäre ein Verstoß gegen das Recht auf Selbstbestimmung, Menschen im Maßregelvollzug diese Möglichkeit zu verweigern. Welche Voraussetzungen einer freiverantwortlichen Entscheidung zum Suizid im Maßregelvollzug sind möglich bzw. welche spezifischen Fürsorgeverpflichtungen bei Anfragen nach Assistenz bei der sind zu berücksichtigen? Zudem bieten Grundrechte Schutz durch Abwehrrechte gegen staatliche Eingriffe, etwa das Recht von Patienten, nicht gewollte Behandlungen abzulehnen. Gleichzeitig hat der Staat Schutzpflichten gegenüber der Allgemeinheit, den Mitpatienten und den Mitarbeitenden sowie den Patienten selbst. Idealerweise schützt er durch präventive Angebote. Abwehrrechte und Schutzpflichten müssen stets in eine praktische Konkordanz gebracht werden. Das Symposium wird diese ethischen Spannungsfelder im Hinblick auf Erhalt des autonomen Handlungsspielraums der strafrechtlich untergebrachten Patientinnen und Patienten beleuchten.

Vortragende

Birgit Völlm (...)

 

Procedural Justice in der Behandlung von strafrechtlich untergebrachten Patientinnen und Patienten 

Vortragender

Matthias Koller (...)

Dimensionen strafrechtlicher Schutzpflichten - Schutz durch, im und vor Maßregelvollzug
 

Vortragender

Alfred Simon (...)

Assistierter Suizid im Maßregevollzug – Respekt der Selbstbestimmung oder Aufgabe der Fürsorge?

Vortragende

Madeleine Kassar (...)

Patientenautonomie relational denken – eine Chance für schizophren erkrankte Menschen?
 


S-Ethikberatung in der Psychiatrie – Modelle und Erfahrungen aus drei Ländern

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Jakov Gather (...)
Alfred Simon (...)

ABSTRACT 

Klinische und außerklinische Ethikberatung als Unterstützungsangebot in moralischen Konfliktsituationen hat in der psychiatrischen Versorgung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Konflikte zwischen der Autonomie der Patient:innen und der Fürsorgeverpflichtung der Behandelnden spielen dabei in der Praxis eine große Rolle. In ethischen Fallberatungen können diese Konflikte auf strukturierte Weise analysiert und behandelnde Teams dabei unterstützt werden, eine ethisch gut begründete Entscheidung im Einzelfall zu treffen, z.B. für oder gegen die Anwendung von Zwang. In diesem Symposium werden Modelle von und Erfahrungen mit klinischer Ethikberatung in der Schweiz, Deutschland und Österreich vorgestellt. Neben Daten aus diesen drei Ländern sollen anhand von Fällen Besonderheiten der Ethikberatung in der Psychiatrie aufgezeigt werden. Dies schließt nicht nur die klinische Ethikberatung in psychiatrischen Krankenhäusern ein, sondern umfasst auch Angebote der außerklinischen Ethikberatung. Mit diesem Symposium soll ein Beitrag zur länderübergreifenden Weiterentwicklung ethischer Beratungsangebote in der Psychiatrie geleistet werden.

Vortragender

Manuel Trachsel (...)

 

Klinische Ethikberatung in psychiatrischen Kliniken der Schweiz
 

Vortragende

Tanja Kirchner  (...)

Zwischen Praxis und Reflexion: Einblicke in Ethikberatung im ambulanten Setting der Psychiatrie in Deutschland

Vortragender

Vinzent Binder (...)

„Ja heißt Jein“ – Erfahrungen mit Ethikberatung an einer psychiatrischen Abteilung in Österreich


S-Perspektiven auf Zwang – Neue Befunde und Ansätze zur Verhinderung von Zwangsmaßnahmen

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Dr. Lieselotte Mahler (Berlin)
Josef Baumgartner (...)

ABSTRACT 

Aggressionen, Gewalt und Zwang sind für Mitarbeitende wie auch Patient*innen mit schwerwiegenden Folgen verbunden und haben negative Auswirkungen. In Forschung und Praxis zu Sicherheit und Zwang standen lange Patientenvariablen im Fokus, und Autonomie wurde häufig als Gegenpol zu Wohlergehen gesehen. Neuere Studien zeigen aber auch, dass vor allem die Klinikstrukturen sowie das Personal relevanter Einflussfaktor sind. Im Symposium werden auf Basis aktueller Daten Aspekte der Personalvariablen sowie der Klinikstrukturen beleuchtet. J. Baumgartner stellt Daten einer deutschlandweiten Befragung und Interviews von Fachpersonen (AttCo-Studie („Attitudes towards Coercion“)) vor und analysiert aktuelle Trends in den Haltungen und Einflussfaktoren auf die Einstellungen zu Zwangsmaßnahmen. Dabei liegt ein Fokus auf Zusammenhängen zwischen erlebter Gewalt am Arbeitsplatz, subjektivem Sicherheitsgefühl und Einstellung zu Zwang. A. Oster beleuchtet anhand aktueller Ergebnisse einer qualitativen, rekonstruktiven Analyse von Interviewdaten mit Fachpersonen Entscheidungsprozesse und Interaktionsdynamiken im Kontext von Eskalationen und Zwangsmaßnahmen im akutpsychiatrischen Setting. Dabei wird auf implizite Grundannahmen in psychiatrischen Institutionen fokussiert, die Eskalationen fördern oder auslösen können. A. Nienaber wird die „Charta für eine Psychiatrie ohne Zwang“ (Lühti et al., 2025) vorstellen. Vor dem Hintergrund aktueller Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Literatur werden die Thesen diskutiert und Möglichkeiten beschrieben, wie insbesondere Pflegefachpersonen in ihrem Alltag Zwang reduzieren und vermeiden können. L. Mahler wird anhand aktueller Studienergebnisse die Möglichkeiten der Psychiatrie zur Vermeidung von Zwang diskutieren und einen Vorschlag zur Etablierung einer behandlungsorientierten Psychiatrie vorstellen. Dabei wird sie einen Fokus auf Modelle zur Zwangsvermeidung innerhalb der Psychiatrie sowie auf Abgrenzungsnotwendigkeiten der Psychiatrie legen.

Vortragender

Josef Baumgartner (...)

 

Einstellungen zur Anwendung von Zwang – der Einfluss von Erfahrungen psychiatrischer Fachpersonen 

Vortragende

Dr. Lieselotte Mahler (Berlin)

Die Zwänge der Psychiatrie – wovon können wir uns befreien?

 

Vortragende

Anna Oster (Berlin)

Come in and burst out – Eine Analyse eskalationsfördernder Grundannahmen und Interaktionsmuster in der Psychiatrie

Vortragender

André Nienaber (...)

„Charta für eine Psychiatrie ohne Zwang“

 


S-Zwang im Dialog: Reflexion, partizipative Forschung und interprofessionelle Lehre zur Stärkung der Patient*innenautonomie

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Annette Binder (Tübingen)
Julie O´Sullivan-Solte (Berlin)

ABSTRACT 

Psychiatrische Zwangsmaßnahmen stehen im Mittelpunkt fachlicher, ethischer und gesellschaftlicher Diskussionen. Das Symposium widmet sich der Frage, wie über Zwang gesprochen werden kann – in klinischer Praxis, partizipativer und qualitativer Forschung sowie in der Lehre. Im Fokus stehen Ansätze, die Zwangserfahrungen transparent machen, ihre Bedeutung für Betroffene ernst nehmen und neue Formen der Auseinandersetzung eröffnen. Frau Mahler stellt einen Praxisleitfaden zur moderierten Nachbesprechung von Zwangsmaßnahmen vor, der die Reflexion beider Perspektiven und einen Perspektivwechsel ermöglicht. Nachbesprechungen können weiteren Zwangsmaßnahmen vorbeugen. Evidenz zeigt, dass die Intervention negative Folgen reduziert sowie therapeutische Beziehung und Autonomie der Betroffenen stärkt. Frau Zimmermann präsentiert als Erfahrungsexpertin ein von ihr initiiertes partizipatives Forschungsprojekt zu Isolationsräumen in der Psychiatrie. Ausgehend von eigenen und geteilten Betroffenenperspektiven untersucht das Projekt, wie Isolation das Autonomieempfinden beeinflusst. Der Beitrag eröffnet eine selten beleuchtete erfahrungsbasierte Perspektive auf Zwang und zeigt das Potenzial partizipativer Forschung. Anschließend erläutert Frau Binder die qualitative Methodik des Projekts und zeigt, wie Sprache in Interviews genutzt wird, um Autonomie und Autonomieverlust in Isolationsräumen sichtbar zu machen. Der methodische Zugang verdeutlicht, wie subjektive Bedeutungen wissenschaftlich erfasst werden können. Frau O’Sullivan präsentiert eine interprofessionelle Lehreinheit zu Zwangsmaßnahmen in der universitären Ausbildung, die theoretische Grundlagen, ethische Reflexion und erfahrungsorientierte Lernformen verbindet und Studierende zu einer kritischen, multiperspektivischen Auseinandersetzung anregt. Das Symposium rückt den Dialog über Zwang sowie autonomiefördernde Ansätze in Klinik, Forschung und Lehre in den Mittelpunkt.

Vortragende

Dr. Lieselotte Mahler (Berlin)

 

Nachbesprechung von Zwangsmaßnahmen: Perspektivwechsel, Prävention und Stärkung von Autonomie

Vortragende

Julie O´Sullivan-Solte (Berlin)

Hochschuldidaktische Reflexion von Zwangsmaßnahmen: Eine interprofessionelle Lehreinheit zu Gewaltprävention in der psychiatrischen Versorgung

Vortragende

Elisabeth Zimmermann (...)

Erfahrungen in Isolation begreifbar machen: Initiierung eines partizipatives Forschungsprojekt

Vortragende

Annette Binder (...)

Autonomie sprachlich sichtbar machen: Qualitative Zugänge zu Isolationserfahrungen
 


S-Sozialpsychiatrische Dienste im Spannungsfeld zwischen der Unterstützung zu Autonomie, fürsorglicher Belagerung und wohltätigem Zwang

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Klaus Petzold (...)
Dr. Detlev Gagel (...)

ABSTRACT 

Insbesondere durch die in letzter Zeit medial breit dargestellten Gewalttaten durch psychisch kranke Menschen rückten auch die Sozialpsychiatrischen Dienste (SpDi) mit hoheitlichen Aufgaben in den Fokus der Diskussion in Politik und Fachöffentlichkeit. Während die Politik über eine Stärkung der ordnungsrechtlichen Aspekte auch durch Verschärfung der Gesetzgebung nachdenkt, lehnen mehrere Fachgesellschaften das ab und fordern eine Stärkung der Vor- und Nachsorge im ambulanten Bereich und hier insbesondere auch SpDi, die sich personell und fachlich gut aufgestellt vor allem um die Menschen kümmern, die ein eingeschränktes Hilfeannahmeverhalten zeigen und im regulären Versorgungssystem durch die Maschen fallen. Durch ihre nachgehende Arbeit und konsequenten aktiven Kontakt- und Beziehungsaufbau (Alleinstellungsmerkmal der SpDi) können psychische Störungen oft frühzeitig erkannt und eine Chronifizierung verhindert werden. Chronisch schwer kranke Menschen können aktiv begleitet werden, sodass eine krisenhafte Entwicklung frühzeitig erkannt und ihr entgegengewirkt werden kann. In Notfallsituationen mit akuter Eigen- oder Fremdgefährdung kann durch professionelle Krisenintervention versucht werden, Zwangsmaßnahmen zu vermeiden oder diese in möglichst wenig traumatisierender Weise umzusetzen. (In einer wissenschaftlichen Studie der SpDi Berlin konnte nachgewiesen werden, dass das Risiko der Unterbringung gemäß Berliner PsychKG deutlich gesenkt wird, je mehr Interventionen die SpDi im Vorfeld leisten konnten). Erforderlich ist eine gewissenhafte Güterabwägung und Reflexion des eigenen Handelns unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Rechte der Betroffenen, aber auch des sozialen Umfeldes. Hier sollen in einem Diskussionsforum (in einem Symposium) die Arbeit der SpDi in diesem Spannungsfeld (Petzold), die besonderen Herausforderungen in Notfallsituationen (Gagel) sowie die Sichtweisen, Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen (n.n.) und Angehörigen (n.n.) thematisiert werde.

Vortragender

Klaus Petzold (...)

 

Sozialpsychiatrische Dienste im Spannungsfeld zwischen der Unterstützung zu Autonomie, fürsorglicher Belagerung und wohltätigem Zwang

Vortragende

N. N. (...)

Sichtweisen, Bedürfnisse und Wünsche der Angehörigen


 

Vortragender

Dr. Detlev Gagel (...)

Besondere Herausforderungen in Notfallsituationen


 

Vortragende

N.N. (...)

Sichtweisen, Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen


 


S-Inklusion statt Zwang - Erweiterte Perspektiven zur Vermeidung von Zwangsmaßnahmen

Datum
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Dr. Lieselotte Mahler (Berlin)
Matthias Jäger (...)

ABSTRACT 

Unfreiwillige Hospitalisierung und Zwangsmaßnahmen tragen nachweislich zu (Selbst-) Stigmatisierung, sozialer Exklusion und Vermeidung weiterer Inanspruchnahme psychiatrischer Behandlung bei. Um gesundheitliche Schäden zu vermeiden, Inklusion zu fördern, Autonomie zu ermöglichen und damit eine Grundlage für positive Behandlungsoutcomes zu schaffen, ist es daher essenziell, formellen und informellen Zwang in der Psychiatrie zu vermeiden. Im Symposium werden zentrale Einflussfaktoren, Dynamiken und Präventionsstrategien im Kontext psychiatrischer Zwangsmaßnahmen beleuchtet. S. Speerforck diskutiert, wie Stigmatisierung und soziale Distanz Prozesse der Psychiatrisierung begünstigen und das Risiko für Zwangsmaßnahmen erhöhen. A. Theodoridou gibt einen Überblick über Häufigkeiten, Auslöser und kurz- wie langfristige Outcomes von Zwang in der klinischen Praxis. A. Oster analysiert anhand aktueller Interviewdaten Machtstrukturen und Eskalationsdynamiken in akuten Behandlungssituationen und zeigt auf, wie implizite Grundannahmen psychiatrischer Fachpersonen zu Eskalationen beitragen können. Abschließend stellt L. Mahler komplexe evidenzbasierte Modelle vor, die durch konsequente Struktur- und Haltungsveränderungen die Betroffenenperspektive in den Mittelpunkt rücken, Partizipation und Autonomie fördern und damit maßgeblich zur Reduktion von Zwangsmaßnahmen beitragen.

Vortragender

PD Dr. Sven Speerforck (...)

 

Je fremder desto psychiatrischer? Welchen Einfluss haben Stigma und soziale Distanz auf Psychiatrisierung und Zwang

Vortragende

Dr. Lieselotte Mahler (Berlin)

Leitlinien und beyond: Komplexe Modelle zur Verhinderung von Zwang
 

Vortragende

PD Dr. Anastasia Theodoridou (...)

Aufkommen und Auskommen – ein Überblick über Häufigkeit, Ursachen und Outcome von Zwang

Vortragende

Anna Oster (...)

Und bist du nicht willig… – Machtstrukturen in eskalierten psychiatrischen Akutsituationen
 


S-Forensische Psychiatrie zwischen gesellschaftlichem Auftrag und menschenrechtlichen Anforderungen

Datum
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Tilman Steinert (...)
Matthias Koller (...)

ABSTRACT 

In Deutschland ist es in den letzten Jahren zu einem stetigen Anwachsen der Zahl der Betten bzw. Behandlungsplätze in der forensischen Psychiatrie gekommen. Dies stellt eine Herausforderung für das psychiatrische Versorgungssystem insgesamt dar und beansprucht erhebliche und weiter zunehmende Ressourcen. Tilman Steinert wird die Entwicklung aus der Sicht der forensischen Psychiatrie, der Allgemeinpsychiatrie, der Gemeindepsychiatrie und der Kommunen darstellen. Dabei zeigt sich, dass Patientenautonomie auch eine Ideologie werden kann, die mangelnde Fürsorge begünstigt und in Straffälligkeit münden kann. Hans-Joachim Traub widmet sich der Frage, welcher Anteil von Tötungsdelikten in der Gesellschaft durch Menschen mit psychotischen Erkrankungen verursacht wird. Diesbezüglich besteht ein relativ hohes, in Fachkreisen häufig bagatellisiertes Risiko. Gerd Schaller wird von der psychiatrischen Versorgung in Südtirol berichten, wo nur sehr wenige forensisch-psychiatrische Betten zur Verfügung stehen. Besonderes Interesse erfährt die Frage, wie sich dies auf die Allgemeinpsychiatrie und die Inzidenz von Straftaten durch Menschen mit psychischen Erkrankungen auswirkt. Matthias Koller zeigt anschließend rechtliche Lösungsansätze auf, die in der Kommission Ethik und Recht der DGPPN erarbeitet wurden. Diese sollten es ermöglichen, Behandlung in den Vordergrund zu stellen und auch in der forensischen Psychiatrie Ansätze zu dem Prinzip „ambulant vor stationär“ zu realisieren.

Vortragender

Tilman Steinert  (...)

 

Entwicklung der forensischen Psychiatrie in Deutschland - eine gesamtgesellschaftliche Perspektive

Vortragende

Matthias Koller (...)

Immer mehr Betten? Rechtliche Überlegungen zur Weiterentwicklung der Forensischen Psychiatrie

Vortragender

Hans-Joachim Traub (...)

Welche Rolle spielen psychotische Erkrankungen bei Tötungsdelikten in der Gesellschaft?
 

Vortragender

Gerd Schaller (...)

Beispiel Italien/Südtirol: Wie funktioniert forensische Psychiatrie mit viel weniger Plätzen?
 


S-Forensische Psychiatrie in Österreich zwischen Autonomie und Schutz: Ethische und empirische Erkenntnisse

Datum
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Dr. Alexander Dvorak (...)
Dr. Andreas Wippel  (...)

ABSTRACT 

Das Symposium widmet sich den komplexen ethischen und klinischen Herausforderungen, die aus dem Spannungsverhältnis zwischen Patientenautonomie und Schutzpflichten in der forensischen Psychiatrie entstehen. Das Ziel ist eine vertiefte Betrachtung verantwortungsvoller Zwangsanwendung und zukunftsorientierter Versorgungskonzepte anhand von Daten aus dem Forensisch-Therapeutischen Zentrum Göllersdorf (Österreich). 1: Der Maßnahmenvollzug in Österreich: Einleitend werden die gesetzlichen Grundlagen des österreichischen Maßnahmenvollzuges, das therapeutische Feld der österreichischen forensischen Psychiatrie sowie die Struktur des Forensisch-Therapeutischen Zentrums Göllersdorf erläutert. 2: Shared Decision Making im Kontext struktureller Machtasymmetrien Dieser Beitrag befasst sich mit der Umsetzung und der Limitierung von Konzepten, die eine autonomieorientierte Therapieplanung im forensischen Kontext ermöglichen sollen. 3: Zwangsbehandlung bei akuter Gefährdung Ethische Entscheidungsgrenzen in der forensischen Psychiatrie und die Grenzen legitimer Intervention werden thematisiert. 4: Zwang als Autonomiegewinn oder Freiheitsverlust? Es wird untersucht, inwiefern sich Zwangsbehandlungen bzw. ausbleibende Interventionen auf den therapeutischen Fortschritt, Aufenthalte auf der Akutabteilung sowie Freiheitsbeschränkungen gemäß dem Strafvollzugsgesetz im FTZ Göllersdorf auswirken.

Vortragender

Dr. Ulrich Sauerzopf (...)

 

Der Maßnahmenvollzug in Österreich
 

Vortragender

Dr. Raimund Oberndorfer (...)

Zwang als Autonomiegewinn oder Freiheitsverlust?
 

Vortragender

Dr. Robin von Dietze-Ohle (...)

Shared Decision Making im Kontext struktureller Machtasymmetrien

Vortragender

Dr. Sebastian Klug  (...)

Zwangsbehandlung bei akuter Gefährdung
 


S-Interprofessionelle Konzepte für eine verbesserte Praxis im Umgang mit Aggression und Zwang

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Dorothea Sauter (...)
Fabian Büker (...)

ABSTRACT 

Die S3-Leitlinie „Verhinderung von Zwang“ beschreibt eine Vielzahl von Konzepten und Interventionen für den Umgang mit Aggression und Zwang. Dieses Symposium beleuchtet verschiedene Aspekte, die zu einer verbesserten interprofessionellen Praxis auf psychiatrischen Stationen beitragen können. Zunächst werden im Vortrag 1 grundlegende Fragen im Umgang mit Vulnerabilität diskutiert. Denn vulnerable Situationen erfordern, dass helfende Personen gleichzeitig Sorgehandeln/Schutz und Autonomieförderung in Einklang bringen. Diese ethische Prämisse bildet den Bezugsrahmen für die folgenden praxisbezogenen Beiträge. Vortrag 2 stellt die „Praxisempfehlung Intensivbetreuung“ der Deutschen Fachgesellschaft für Psychiatrische Pflege (DFPP) einschließlich ihres Entwicklungsprozesses vor. Es werden konkrete Hinweise für die Ausgestaltung intensiver Betreuungssettings und den Umgang mit Zwangsmaßnahmen formuliert. Vortrag 3 widmet sich einem interprofessionellen Strukturwandel in der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie: Die Öffnung vormals geschlossener Stationen wird hier als Ausdruck einer neuen Haltung verstanden. Basierend auf einem pflegegeleiteten Veränderungsprozess an zwei Klinikstandorten zeigt das Projekt, wie interprofessionell getragene Strukturveränderungen zu einem Rückgang von Zwangsmaßnahmen und einer Stärkung therapeutischer Beziehungen führen können. Im Vortrag 4 wird anhand einer quantitativen Datenanalyse untersucht, welche Erfolgsfaktoren die Implementierung der S3-Leitlinie im Rahmen der PreVCo-Studie unterstützt haben. Im Fokus steht das „12-Punkte-Programm zur Verhinderung von Zwang“.

Vortragender

Michael Maier (...)

 

Autonomie in Abhängigkeit: Sorgehandeln jenseits falscher Dichotomien
 

Vortragende

Dorothea Sauter (...)

Erfolgsfaktoren bei der Implementierung der Leitlinie Verhinderung von Zwang
 

Vortragender

Fabian Büker (...)

Praxisempfehlung Intensivbetreuung

 

Vortragender

Fabian Büker  (...)

Open-Door in der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Chancen, Herausforderungen und praktische Umsetzung


S-Die Änderung des Unterbringungsgesetzes in Österreich

Datum
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Johannes Wancata (...)
Christa Rados (...)

ABSTRACT 

In Österreich sind Aufnahmen gegen den Willen der Betroffenen an psychiatrischen Krankenhausabteilungen durch das Unterbringungsgesetz (UbG) geregelt. Das UbG hat Anfang der 1990-er Jahre frühere gesetzliche Regelungen abgelöst, wobei der Erhalt der Freiheitsrechte und der Autonomie der Kranken wesentliche Ziele waren. Daher wurden umfassende Kontrollmechanismen durch Gerichte und sogenannte Patientenanwält:innen (rechtliche Vertretung der Patient:innen) eingeführt. Diese Entwicklungen wurden von psychiatrischen Fachleuten und in der Öffentlichkeit begrüßt. Die erwähnten Kontrollmechanismen führten aber klarerweise zu Einschränkungen in der Behandlung schwer psychisch Erkrankter: Psychiater:innen kritisierten, dass manche Kranken immer wieder nicht ausreichend behandelt wurden und das fallweise auch zu einer Gefährdung der Kranken und ihres sozialen Umfeldes geführt habe. Im Mai 2016 kam es in Wien am Brunnenmarkt zu einem Tötungsdelikt durch einen wohnungslosen psychisch kranken Migranten, der sein weibliches Opfer mit einer schweren Eisenstange erschlagen hat. Dieser Fall erregt massives öffentliches Aufsehen, wobei von den Medien auch der Schutz der Bevölkerung vor einer Gefährdung durch schwer psychisch Kranke thematisiert wird. Vom damaligen Justizminister wird eine Untersuchungskommission unter Einbeziehung von Vertreter:innen der Psychiatrie und zahlreicher anderer Berufsgruppen eingesetzt. Deren Bericht weist auf Mängel hin und schlägt unter anderem eine Änderung des UbG vor, „um eine effiziente und rasche Reaktion auf auftretende psychische Erkrankungen, verbunden mit Selbst- oder/und Fremdgefährlichkeit zu ermöglichen.“ In der Folge wurden zahlreiche Aspekte des UbG geändert, die teilweise kontrovers diskutiert werden. In diesem Symposium werden das Tötungsdelikt, die Reaktion der Politik sowie die Gesetzesänderung beschrieben. Daten zur Häufigkeit von psychiatrischen Krankenhausaufnahmen gegen der Willen der Kranken werden dargestellt und diskutiert.

Vortragender

Johannes Wancata (...)

 

Das Tötungsdelikt am Brunnenmarkt und dessen politische Aufarbeitung

Vortragender

David Holzer (...)

Die Novelle des Unterbringungsgesetzes: Stärken und Grenzen
 

Vortragende

Christa Rados (...)

Österreichweite Daten zu Unterbringungen an psychiatrischen Stationen


S-Umgang mit Zwangsmaßnahmen in der Schweiz - Konsens und Kontroversen

Datum
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Matthias Jäger (...)
Gianfranco Zuaboni (...)

ABSTRACT 

 Vier wichtige Schweizer Fachorganisationen haben Positionspapiere zur Reduktion von Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie verfasst, die unterschiedliche Perspektiven und Empfehlungen beinhalten. Diese werden im Symposium kurz vorgestellt und die Konsenspunkte sowie Differenzen und damit verbundene Kontroversen herausgearbeitet. Die SGPP-Empfehlungen (2025) der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie fokussieren auf Prävention, die Bedeutung gesellschaftlicher Aspekte, strukturelle Gegebenheiten und Haltungen sowie die rechtlichen Grundlagen im Schweizerischen Zivilgesetzbuch aus medizinisch-psychiatrischer Sicht. Das Pro Mente Sana Positionspapier (2014) fokussiert auf Patientenrechte und Rechtsschutz. Die Stiftung forderte konkret eine 50%-Reduktion der fürsorgerischen Unterbringungen innert fünf Jahren und betont die Stärkung der Selbstbestimmung durch Patientenverfügungen und Vertrauenspersonen. Die VPPS-Charta (2025) der Vereinigung Pflegekader Psychiatrie Schweiz verpflichtet Pflegefachpersonen zu konsequentem Handeln für eine "Psychiatrie ohne Zwang". Sie fordert die Abschaffung von Sicherheitsdiensten und vertritt die Haltung, dass jede Zwangsmaßnahme potentiell vermeidbar ist. Sie enthält zahlreiche konkrete praxisnahe Beispiele zu ihren zwölf Thesen. Das Positionspapier (2021) der SOPSY - Schweizerische Gesellschaft für Sozialpsychiatrie propagiert "No Force First" und betont therapeutische Beziehungsarbeit statt Kontrolle. Es fordert die Abschaffung von Fixierungen in der Schweiz und konkrete gesetzliche Anpassungen, etwa den Einbezug von Peers in FU Verfahren.

Vortragender

Matthias Jäger (...)

 

Prävention von freiheitsbeschränkenden Massnahmen, Empfehlungen der SGPP

Vortragender

Gianfranco Zuaboni (...)

Autonomie stärken - Zwang eindämmen, Positionspapier der Stiftung Pro Mente Sana

Vortragende

Regula Lüthi (...)

Charta für eine Psychiatrie ohne Zwang, Zwölf Thesen des VPPS
 


S-Notwendiger Zwang zur Wiederherstellung der Autonomie? Elektrokonvulsionstherapie (EKT) gegen den natürlichen Willen

Datum
Uhrzeit

Raum

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David Zilles-Wegner (...)
Jakov Gather (...)

ABSTRACT 

Die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung besonders schwerwiegender oder anderweitig therapieresistenter psychiatrischer Erkrankungen. Schwere depressive Episoden sowie psychotische und katatone Zustandsbilder können mit fehlender Einwilligungsfähigkeit einhergehen. Im Fall einer relevanten Eigen- oder Fremdgefährdung muss eine Behandlung auch gegen den natürlichen Willen der Betroffenen erwogen werden. Dieses Symposium widmet sich der EKT als Maßnahme gegen den natürlichen Willen. Als Grundlage werden teilweise noch immer vorhandene Vorurteile und verzerrte mediale Darstellungen zur EKT aufgegriffen und der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz gegenübergestellt. Publizierte Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit der EKT als Maßnahme gegen den natürlichen Willen werden ebenso dargestellt wie konkrete Fälle aus der Praxis inklusive der Patientenperspektive. Diese Aspekte sowie die Entscheidungsfindung im individuellen Spannungsfeld von Autonomie und Wohlergehen werden schließlich aus medizinethischer Perspektive diskutiert.

Vortragender

Alexander Sartorius (...)

 

Fakten und Fiktion zur EKT: Ist es wirklich so, wie es in den Filmen aussieht?
 

Vortragender

Jakov Gather (...)

 

Entscheidungsfindung im Spannungsfeld von Autonomie und Wohlergehen: Ethische Aspekte der EKT gegen den natürlichen Willen

Vortragender

David Zilles-Wegner (...)

EKT und (fehlende) Autonomie: Wie ist die Evidenzlage?

 

Vortragende

Isabel Methfessel (...)

Fallbeispiele zur EKT gegen den natürlichen Willen: Praktisches Management und Patientenperspektive


S-Einwilligungsfähig oder nicht? Kompetent beurteilen – gezielt unterstützen

Datum
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Matthé Scholten (...)
Jakov Gather (...)

ABSTRACT 

Menschen mit einer psychischen Erkrankung haben das Recht, selbst zu entscheiden, ob sie eine medizinische Maßnahme in Anspruch nehmen möchten. Im Verlauf einer psychischen Erkrankung kann es jedoch dazu kommen, dass Betroffene vorübergehend ihre Fähigkeit verlieren, komplexe Entscheidungen zu treffen. In diesen Situationen spricht man von Einwilligungsunfähigkeit. Dieses Symposium bietet praxisorientierte Handreichungen dafür, wie die Einwilligungsfähigkeit von Menschen mit einer psychischen Erkrankung in der klinischen Versorgung beurteilt und wie sie mithilfe geeigneter Entscheidungsassistenz gegebenenfalls wiederhergestellt werden kann. Der erste Vortrag stellt die im neulich erschienenen Manual „Entscheidungsassistenz und Einwilligungsfähigkeit bei Demenz“ enthaltenen Leitlinien zur Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit vor. Das Manual enthält erstmals in vollständiger deutscher Übersetzung die international anerkannten Instrumente MacCAT-T und MacCAT-CR. Der zweite Vortrag erläutert die ethischen und rechtlichen Grundlagen der Entscheidungsassistenz und zeigt auf, wie Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer Demenz in der Praxis evidenzbasiert bei der Entscheidungsfindung unterstützt werden können. Der dritte Vortrag erweitert den Fokus des Symposiums um eine Perspektive aus der Schweiz. Er geht auf die klinischen und praktischen Herausforderungen bei der Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit (in der Schweiz als „Urteilsfähigkeit“ bezeichnet) von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ein.

Vortragender

Matthé Scholten (...)

 

Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit bei psychischen Erkrankungen

 

Vortragender

Jonas Karneboge (...)

Entscheidungsassistenz: Imperativ, Gestaltung und Evidenz


 

Vortragender

Manuel Trachsel (...)

Klinische und ethische Herausforderungen bei der Beurteilung der Urteilsfähigkeit von Personen mit schweren psychischen Erkrankungen


S-Vermeidung von Zwangsmaßnahmen – Eine Klärung der Bedingungen

Datum
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Anastasia Theodoridou (...)
Dr. Liselotte Mahler (Berlin)

Abstract

Stigmatisierung und soziales Distanzierungsbedürfnis ist über den Lauf der Zeit kontinuierlich in der Psychiatrie anzutreffen. Reformbewegungen und leitlinienorientierte Behandlungen können regional zu kurzfristiger Beeinflussung der psychiatrisch verfügten Zwangsrate führen. Eine nachhaltige und systematische Reduktion von Zwang in der Psychiatrie bleibt allerdings aus. Professions-/disziplinspezifische, institutionelle sowie klinikexterne Interessen stehen in einem multidimensionalen Spannungsfeld, im Kontext der zunehmenden Ökonomisierung der Medizin. Gesellschaftliche Entwicklungen und Exklusion-antreibende Prozesse scheinen zudem ebenfalls einen negativen Einfluss auf Präventionsbemühungen der Psychiatrie zu haben. Im Symposium werden neue Versorgungsmodelle vorgestellt, die den benötigten Rahmen definieren, um leitlinienorientiertes, zwangspräventives Diagnostizieren und Behandeln von Menschen mit einer psychiatrischen Erkrankung innerhalb der gültigen Klassifikationssysteme zu ermöglichen. M. Jäger berichtet über moderne Modelle zur Versorgungsorganisation, die bedarfsgerechte und Ressourcen-effiziente Behandlungsangebote erlauben und Teilhabe fördern. A. Kaiser-Trujillo nähert sich dem Thema aus einer erkenntnistheoretischen Perspektive und analysiert das wissenschaftliche Publikationsverhalten zu Zwang in der Psychiatrie. D. Richter stellt sich die Frage, was eine menschenrechtsbasierte Psychiatrie für den aktuellen psychiatrischen Versorgungsalltag bedeuten würde und wo Chancen aber auch Grenzen verortet werden. L. Mahler stellt schließlich aktuelle Ergebnisse einer Rettungsstellen-Studie vor und geht dabei der Frage nach, wie wir zu einer Pflichtversorgung gelangen können, die sich ausschließlich an einen psychiatrischen Behandlungsauftrag orientiert. Zudem beleuchtet der Beitrag, welche ergänzenden pflichtversorgende Strukturen - außerhalb der institutionellen Psychiatrie - dafür erforderlich wären.

Vortragender

Matthias Jäger (...)

 

«Least restrictive» – Versorgungsorganisation Inside Out
 

Vortragende

Dr. Liselotte Mahler (Berlin)

Wir sind was wir tun. Für was ist die Psychiatrie zuständig?
 

Vortragende

Anelis Kaiser-Trujillo (...)

Zwang in der Psychiatrie: Erkenntnisinteresse im Laufe der Zeit

Vortragender

Dirk Richter  (...)

Menschenrechtsbasierte Psychiatrie – eine Quadratur des Kreises


S-Psychiatrie trifft Polizei - Eine Beziehung erfindet sich neu 

Datum
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Thomas Kraus (...)
Wolfgang Jordan (...)

Abstract

Ein BDK-Symposium: Im Rahmen der regionalen Pflichtversorgung gehört die Zusammenarbeit zwischen den Psychiatrischen Kliniken und der Polizei zum Alltag. Dabei ist die Psychiatrie mit dem Doppelmandat der Behandlung einerseits und der sozialen Kontrolle im Rahmen des ordnungspolitischen Auftrags andererseits in besonderer Weise gefordert. Für die Polizeikräfte stellen die Einsätze bei Menschen in psychischen Ausnahmesituationen mit akuter Gefährdung häufig eine Herausforderung und auch eine psychische Belastung dar. Nicht selten kommt es dabei zu tätlichen Auseinandersetzungen, die zum Teil mit erheblichen Gefahren für alle Beteiligten bis hin zu tödlichen Verletzungen der Betroffenen einhergehen. Diese komplexe Interaktion wird aus unterschiedlichen Perspektiven auf der Grundlage einer gemeinsamen Verantwortung der Psychiatrie und Polizei im regionalen Versorgungskontext beleuchtet. Innovative Kooperationsprojekte mit Schulungsmaßnahmen, Festlegung standardisierter Handlungsanweisungen sowie Informationsformate sind wichtige Instrumente der Zusammenarbeit. Spezifische Fortbildungskonzepte verbessern die Handlungsfähigkeit der Polizei und fördern die Resilienz der Beamten im Umgang mit belastenden Situationen. Interventionsstrategien der Polizei verfolgen das Ziel, Eskalationsspiralen im Einsatz bei Menschen mit schweren psychischen Ausnahmesituationen entgegenzuwirken. Ziele des Symposiums sind es, sowohl Instrumente der Zusammenarbeit zwischen Psychiatrie und Polizei, als auch innovative Kooperationsmodelle und Interventionsstrategien aufzuzeigen. Weiterhin werden konkrete Praxiserfahrungen zur Diskussion gestellt.

Vortragender

Wolfgang Jordan (...)

 

Tango Psycho-Poliziale - Wie Psychiatrie und Polizei das Tanzen lernen
 

Vortragende

Tordis Kindt (...)

MindPol - Die Etablierung einer Fortbildung für Polizeikräfte über den Umgang mit Psychischen Störungen

Vortragender

Jürgen Biedermann  (...)

Polizeiliche Handlungsstrategien bei Menschen in psychischen Ausnahmesituationen
 


S-Der Weg des Zwangs: Prävention – Reduktion – Verantwortung – Verschiebung?

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Joachim Scharfetter (...)
Julia Czerny (...)

Abstract

Seit geraumer Zeit bemühen wir uns in unserem klinischen Einflussbereich in Wien um die Prävention und Reduktion von Zwang. Dabei hilft uns wesentlich die Implementierung von Empfehlungen entsprechend der einschlägigen S3 Leitlinie. Bei gemischtem Erfolg bezüglich Implementierungstiefe sehen wir einen Haltungswandel und eine vermeintliche Verbesserung bei Kennzahlen des Benchmarkings. Dies wollen wir im ersten Beitrag darstellen. Allerdings sehen wir uns auch vor große Herausforderungen gestellt, was die inhaltliche Ausgestaltung unseres Versorgungsauftrages und die uns auferlegte Verantwortung angeht. Dies soll im 2. Beitrag anhand Fallbeispielen dargestellt und Mithilfe der Evidenz aus der Literatur beleuchtet werden. Was passiert, wenn wir keinen Zwang anwenden? Was ist der evidente Nutzen und der evidente Schaden von Zwang? Verschwindet der Zwang oder geht er an einen anderen Ort? Möglicherweise geht er in die Forensik, wie die zunehmenden Unterbringungszahlen zu suggerieren scheinen. In unserem 3. Beitrag wollen wir den Bogen zur Forensik spannen und die Entwicklung der Einweisungszahlen der letzten Jahre in den österreichischen Maßnahmenvollzug sowie die strafrechtlichen Änderungen mit Einführen des vorläufigen Absehens vom Vollzug und der strafrechtlichen Krisenintervention darstellen. Aktuelle Zahlen aus der ambulanten Versorgung der Forensischen Nachbetreuungsambulanz Wien sollen zur Diskussion beitragen.

Vortragende

Julia Czerny (...)

 

Benchmarking von Zwangsmaßnahmen und die Implementierung von Strategien zur Verbesserung des Umgangs mit Aggression, Zwang und Krisen auf einer psychiatrischen Akutstation

Vortragender

Joachim Scharfetter (...)

Verzicht auf Zwang - Verzicht auf Verantwortung? Und was ist mit der Evidenz?

Vortragender

David Holzer  (...)

Entwicklung vorbeugender Maßnahmen in Österreich aus Sicht der ambulanten forensischen Nachsorge


S-Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion von Zwangsmaßnahmen in verschiedenen Schweizer Kliniken aus unterschiedlicher Perspektive

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Rafael Traber (...)
Stephan Goppel (Berlin)

Abstract

In der deutschsprachigen Psychiatrie ebenso wie im internationalen Diskurs gibt es Leitlinien und Empfehlungen zur Reduktion freiheitsbeschränkender Maßnahmen (FbM) und zur Vermeidung von Behandlungen ohne Zustimmung (BoZ). Trotz klarer ethischer und fachlicher Zielsetzungen stellt sich in der klinischen Praxis weiterhin die zentrale Frage: Wie kann die Reduktion von Zwangsmaßnahmen in bestehenden Versorgungsstrukturen rasch, wirksam und nachhaltig umgesetzt werden? Das Symposium beleuchtet diese Fragestellung praxisnah anhand konkreter Umsetzungserfahrungen aus drei Versorgungskliniken und zeigt, welche strukturellen, kulturellen und interprofessionellen Faktoren entscheidend sind. Im ersten Referat wird kritisch analysiert, welche Risiken mit bisherigen Praxisformen verbunden sind. Anhand ausgewählter Fallbeispiele werden Gefährdungspotenziale im Kontext akutpsychiatrischer Behandlungen dargestellt, einschließlich schwerwiegender Verläufe und Todesfälle. Im zweiten Referat werden zentrale Erfolgsfaktoren für die Reduktion von FbM und BoZ vorgestellt. Anhand zweier konkret umgesetzter Beispiele wird erläutert, durch welche organisatorischen, strukturellen und kulturellen Interventionen Zwangsmaßnahmen signifikant reduziert werden konnten. Im Fokus stehen unter anderem Führungsverantwortung, Teamentwicklung, klare Prozessstandards, Schulungskonzepte sowie kontinuierliches Monitoring. Das dritte Referat erweitert die Perspektive um die interdisziplinäre Dimension. Es zeigt auf, wie ärztliche, pflegerische und therapeutische Berufsgruppen gemeinsam Strategien zur Reduktion von FbM und BoZ entwickeln und im klinischen Alltag verankern können. Das vierte Referat thematisiert die Perspektive der einweisenden Notfallpsychiaterin. Ziel des Symposiums ist es, realistische und übertragbare Strategien zur nachhaltigen Reduktion von Zwangsmaßnahmen im klinischen Alltag aufzuzeigen und den fachlichen Diskurs im deutschsprachigen Raum weiterzuführen.

Vortragender

Rafael Traber (...)

 

Erfolgsfaktoren für die Reduktion von Zwangsmaßnahmen in psychiatrischen Versorgungsklinien

Vortragende

Fulvia Rota (...)

Perspektive einer zuweisenden Notfallpsychiaterin

 

Vortragender

Giovanni Bitonti (...)

Interdisziplinäre Perspektive zur Reduktion von Zwang

 

Vortragender

Stephan Goppel  (...)

Schwerwiegende Ereignisse in Zusammenhang mit Zwangsmaßnahmen
 





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